Vorstellungsgespräch

Was Sie in einem Vorstellungsgespräch erwartet. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten können.

Assessment Center

Assessment Center

1. Warum entscheiden sich Unternehmen für ein Assessment Center?

Ihre Bewerbungsunterlagen haben das Unternehmen überzeugt und nun werden Sie zu einem Auswahlverfahren (Assessment Center, AC) eingeladen. Unternehmen entscheiden sich bei der Auswahl von Bewerbern dann für ein Assessment Center, wenn es sich um die Besetzung einer Schlüsselposition im Unternehmen handelt und man die bewährten Methoden zur Personalauswahl (z.B. Interviews) durch ein weiteres Instrument absichern bzw. ergänzen möchte.

 

2. Zielsetzung und Anwendungsbereiche des Assessment Centers

Das Assessment Center ist ein Instrument z.B. im Auswahlprozess von neuen Mitarbeiter/innen, mit dem man "sichtbar" machen möchte, wie sich ein/e Bewerber/in in berufstypischen, realitätsnahen Situation verhalten wird. Zielsetzung bzw. Anwendungsbereiche des Assessment Centers sind:

  • Auswahl interner und externer Bewerber
  • Weiterentwicklung der Teilnehmer (Entwicklungs-AC)
  • Erkennen von Führungspotenzial und sonstigem
  • Entwicklungspotenzial sowie Trainingsnotwendigkeiten

Das Assessment Center ist ein aufwändiges und auch kostenintensives Verfahren, das sorgfältige Planung und Durchführung von Seiten der Unternehmen voraussetzt.

 

3. Die Merkmale des Assessment Centers

Was kennzeichnet ein Assessement Center? Häufig findet man folgende Merkmale vor:

  • Mehrere Tage (1-5)
  • Mehrere Bewerber gleichzeitig, i.d.R. zwischen 6 -12 Teilnehmer
  • Mehrere Übungen
  • Mehrere Beobachter (meist 4-8), mindestens 1 Moderator
  • Beobachtung und Beurteilung konkreten Verhaltens einschließlich Sozialverhalten
  • Realitätsnahe und stellenspezifische Aufgabensteilungen
  • Information und Aufklärung über das Verfahren
  • Mitteilung der Ergebnisse an den Bewerber

 

4. Übungen des Assessment Centers

Die Bausteine des Assessment Centers sind situationsbezogene Übungen. Nachfolgend eine Reihe von Übungen/Bausteinen, die in der Praxis immer wieder kombiniert werden:

  • Gruppendiskussionen mit/ohne Themenvergabe
  • Rollenspiele
  • Postkorb-Übungen
  • Einzel- bzw. Gruppenpräsentationen
  • Fallstudien
  • Persönlichkeits-, Intelligenz-, Leistungs- und Konzentrationstest
  • Interviews

Wenn Sie sich gezielt auf die Übungen eines Assessment Centers vorbereiten wollen, empfehlen wir als zusätzliche Literatur und Vertiefung: Beitz, Holger/Loch, Andrea: Assessment Center. Erfolgstipps und Übungen für Bewerber. Goldmann-Verlag. 2003.

 

5. Die Beteiligten des Assessment Centers

Es sind drei Gruppen beteiligt: Die Teilnehmer (Assessees), die Beobachter und die Moderatoren. Die Aufgaben und Rollen der drei Gruppen werden wie folgt beschrieben:

Die Teilnehmer Sie sind es, um die es geht. Es werden nur Teilnehmer eingeladen, über die man tatsächlich mehr herausfinden will, bzw. diejenigen, die es aufgrund der Vorauswahl auch real erfolgreich abschließen (Einstellung) können.

Die Beobachter Sie kommen üblicherweise aus dem Unternehmen. Sie sind Führungskräfte, die ein bis zwei Hierarchiestufen höher angesiedelt sind als die Teilnehmer selbst. Sie beobachten die ihnen zugewiesenen Teilnehmer. Aus ihren Beobachtungen erstellen sie ein Kurzgutachten, meist an hand vorgegebener Beobachtungs- und Auswertungsbogen. Aus diesem Kurzgutachten werden anschließend in der Beobachterkonferenz Endgutachten erstellt.

Der Moderator/die Moderatoren Sie leiten die Durchführung des Assessment Centers. Sie weisen die Teilnehmer in die einzelnen Übungen ein und sorgen für einen geordneten und transparenten Ablauf. Sie sind anwesend während der Übungen, verhalten sich jedoch neutral. Bei der Beobachterkonferenz entscheiden sie nur mit, wenn die Beobachtungs- und Bewertungsrichtlinien grob missachtet werden oder zwischen den Beobachtern kein Konsens erzielt wird.

 

6. Der Ablauf eines Assessment Centers

Und so könnte Ihr Assessment Center ablaufen:

1. Tag

1 Tag

2. Tag

2 Tag

3. Tag

3 Tag

 

7. Gut vorbereitet ist halb gewonnen/Lampenfieber/Feedback annehmen

Jeder ist aufgeregt vor der Teilnahme an einem Assessment Center! Nehmen Sie das jedoch ernst und bereiten sich im Vorfeld gezielt auf typische Assessment Center­Übungen vor. Währenddessen versuchen Sie bitte trotz Ihrer Anspannung die Nerven zu behalten. Nutzen Sie Ihre Stärken! Wie auch immer die letztendliche Entscheidung ausfällt, Sie werden in jedem Fall einen Mehrwert haben: Selten erhält man ein so fundiertes und detailliertes Feedback. Betrachten Sie es also als Chance für Ihre (Weiter-) Entwicklung. Viel Erfolg!

 

8. Habe ich an alles gedacht?

Auf ein zweites Bewerbungsgespräch vorbereitet (siehe dazu Kapitel 4)

  • Postkorb-Übung
  • Einzelpräsentation
  • Rollenspiele
  • Fallstudien
  • Persönlichkeits-, Intelligenz-, Leistungs- und Konzentrationstests
  • Knigge-Regeln für Gesprächs- und Tischsituationen verinnerlicht
  • Anreise geplant und genügend Zeit eingerechnet
  • Ersatzkleidung eingepackt

Am Tag des Assessment Centers

  • Ansprechend gekleidet und gut gepflegt
  • Dezentes/r Parfüm/Rasierwasser, Schmuck und Make-up
  • Folgendes eingepackt
  • Wegbeschreibung
  • Bewerbungsunterlagen
  • Unterlagen über das Unternehmen
  • Block und zwei funktionierende Stifte

Folgendes bewusst gemacht:

  • Selbstbewusst und freundlich auftreten
  • Auf Körperhaltung achten
  • Eigene Stärken vor Augen haben und wissen, wozu sie das Unternehmen für sich nutzen können

Nach dem Assessment Center:

  • Eigenes Verhalten reflektiert
  • Feedback der Beobachter aufgeschrieben und mit Selbstbild verglichen

 

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